Phrasensammlung

Unverbindlicher Flächennutzungspläne vs verbindliche Bebauungspläne

Das neue Baugebiet wurde aus dem Flächennutzungsplan entwickelt. ..... Seit der Rechtskraft des Flächennutzungsplans wissen die Anwohner, dass dort etwas entstehen wird.

Die Flächennutzungspläne sind draußen in der Landschaft nicht sichtbar und der Normalbürger hat in der Regel keinen Zugang zur Bauleitplanung. Anwohner, Landwirte, Radfahrer sehen sich dann getäuscht, wenn Felder, Wiesen und Landschaftseindrücke mit denen sie Jahre und Jahrzehnte gelebt haben, keinen Bestand haben.

Laut §2 Abs 4 BauGB bestimmt die Gemeinde für den Flächennutzungsplan, in welchem Umfang und Detaillierungsgrad die Ermittlung der Belange für die Abwägung erforderlich ist.

Da kann die Betrachtung für jedes Gebiet minimalistisch ausfallen.

Dann ist es nur recht und billig, dass dann im Bebauungsplanverfahren intensiv diskutiert wird und auch in Frage gestellt wird, ob das Gebiet zur Bebauung freigegeben werden kann. Insbesondere ältere Flächennutzungspläne müssen angesichts der ökologischen Krise, Klimawandel und dem Sinneswandel nach dem Erdgipfel Rio 1992 und darauf folgende COPs überdacht werden.

Immer weiter so mit Ökopunkten

Wir machen es hier, weil wir das Gebiet viel besser  ausgleichen können als andere. (Die anderen Gemeinden oder China).

 

Die Ökobilanzierung hat die Geschwindigkeit des Verschleißes,  den Flächenfraß beschleunigt. Mit einer gut geschmierten Maschinerie aus Planungsbüros und Umweltgutachtern wird jeder Eingriff ausgleichbar gemacht. Nun werden die Einschnitte mit Eingrünung, Verdichtung der Vogelreviere mit Nistkästen, idealisierten Berichten zum Naturschutzfonds, sowieso gefordertem ökologischen Umbau, nicht erst mit Zerstörung erforderlicher Renaturierung kaschiert, statt dass man klar die ganze Hässlichkeit der Patchworkwohngebiete und Industriegebiete sieht und so vehementer einen Stopp fordern würde.

Voreilend bereiten die Kompromisssuchenden den Weg, statt eine Alternative zum weiter so zu fordern. Die Wirtschaftsweise und Siedlungen müssen sich an die Grenzen der Ressourcen anpassen. Stichworte Gemeinwohlökonomie, Postwachstumsökonomie.

Das ist doch nur intensive Landwirtschaft

Die Äcker sind doch intensiv bewirtschaftet, das sind Agrarsteppen. Da ist so manches Gewerbegebiet / Wohngebiet artenreicher. Mit begrünten Dächern wird die Situation für Wildbienen verbessert.

Die "intensive Nutzung" ist eine momentane Nutzung. Die Felder müssen für künftige Generationen gesichert werden, dann kann man an der Agrarwende arbeiten. Sind die Lebensgrundlagen aber erst mal entzogen, fallen die Äcker für Ökolandbau aus.

Hasen hoppeln nicht auf Gründächern, viele Käfer und andere Insekten der freien Flur folgen eben nicht ins Gewerbegebiet und aufs Dach. Auch nicht die Feldlerche. Die Bezeichnung "intensiv genutzt" kommt meist flapsig daher und hat nur zum Ziel, das Ackerland abzuwerten.

Zudem ist es von den Gemeinden äußerst zynisch, mit ihrer Zustimmung die Begründung der Bebauungspläne mitzutragen, die da immerzu die Ackerflächen als "intensiv genutzt" abwerten. Denn gleichzeitig setzen die Gemeinderäte mit den Bürgermeistern einen Netto, Lidl oder Aldi an die Ortsränder hin, wo dann die günstig produzierten Lebensmittel verkauft werden. Wer so gegen die intensive Bewirtschaftung schreibt und das abnickt darf nur noch Bioläden zulassen.

Deutschland ist ein Industrieland

Wir sind ein Industrieland.  Warum wollen Sie da das Werk verhindern? Wollen Sie zurück zur Steinzeit?

Was will der Befürworter von immer mehr Industriegebieten damit sagen? Dass Natur und Kulturlandschaft keine Berechtigung mehr haben? Der Anteil der Industrie an der Wertschöpfung in Deutschland beträgt ca 23,2 Prozent (2018). Deutschland ist ein Flächenland mit vielen Facetten, die Industrie ist nur ein Teil davon, neben Wäldern, Kulturlandschaften, Auen, Mooren und anderen Landschaftstypen und Biotopen. Wirtschaft ist mehr als nur Konzerne und Industrie, vor allem auch in den Städten integrierte Kleinstrukturen. Sogar die Landwirtschaft ist Wirtschaft und in der Agrarökologie ist weit mehr Intelligenz verlangt als bei Daimler am Band. Für manche scheint aber ein Industriemoloch Zabergäu tatsächlich das Ziel zu sein.

Das kleine Deutschland kann das Klima nicht beeinflussen

Das klitzekleine Deutschland kann das Klima doch gar nicht beeinflussen. Wissen Sie wieviel Kohlekraftwerke China baut?

Warum ist denn Deutschland im Kreis der G7? Bestimmt nicht, weil Deutschland Strickpullis aus Schafswolle produziert. Die Bundesrepublik ist ein Vorkämpfer für Wachstum, das ohne Ausbeutung von Ressourcen nicht stattfindet.

Um am Wachstumsdogma festhalten zu können wird gerne die Erzählung vorgebracht, wir Deutschen wären beim Klimaschutz wie überhaupt beim Umweltschutz übereifrig, während andere Länder, insbesondere China rumsauen.

 

Doch diese Erzählung vom Umweltengel hinkt. Wer den „Unvernünftigen“ und „Gutmenschen“ vorhält, wie im Ausland Kohlekraftwerke und Atommeiler gebaut werden, kann sich dann gerne an deutsche Konzerne wenden, die geholfen haben, die deutsche Klimaschuld ins Ausland zu verlagern. Diese Konzerne müssen sich dann aus polnischen Sonderwirtschaftszonen zurückziehen, wo nicht nur Energie verbraten sondern auch Arbeiter ausgebeutet werden. VW, Audi und Daimler müssen die stromfressenden Werke in China schließen. Der Stahlmarkt muss auf chinesischen Stahl verzichten. Mais und Soja dürfen nicht mehr aus Brasilien importiert werden, nur um für den Exportwahn und dem Billigkonsum Fleisch aus Massentierhaltung produzieren zu können. Deutschland hat quasi die Agrarflächen in den Regenwald verlagert,  der für die Genprodukte gerodet wurde.