Verschleiß Zabertal - die Vorhaben

Das Zabertal ist zur Verfügungsfläche für die Wirtschaft verkommen. Der Natur bleiben die Ränder und abseitigen Täler des Zabergäus vorbehalten, da kann sich dann die verklärte Weinseligkeit abspielen. Tatsächlich wird in der fruchtbaren Zaberaue aber immer noch Landwirtschaft betrieben und ein wichtiger Radweg zieht von der Ehmetsklinge zum Neckar. Forciert wird der Druck auf die Landschaft, Flora und Fauna durch den Regionalverband Heilbronn-Franken, der meint, hier zur Befriedigung nimmersatter Wachstumsgelüste eine Entwicklungsachse mit Wohn-, Gewerbe- und Industriegebieten vom Neckar hochkommend reinlegen zu können. Mitglieder sind auch Bürgermeister, die dann selbst vom Flächennutzungsplan bis Regionalplan in einem kafkaesken Prozess den Rechtsrahmen schaffen, den sie dann mit ungenügend begründeten Bebauungsplänen ausfüllen. Es wird als noch mehr Verkehr ins Tal geholt, lediglich schmale Alibigrünzäsuren bleiben. Es ist keine Einsicht zu erkennen, dass es sich verbietet, die Landschaft weiter zu verschleißen und die Grenzen des Wachstums erreicht sind.

Die in 2018 im Rondell Brackenheim immer noch erhältliche Freizeitkarte NeckarZaber Tourismus 1:35000 mit der topographischen Karte 2007 zeigt ein trügerisches Bild eines lieblichen Zabergäus. Seit 2007 kamen unter anderem folgende Gewerbe- und Industriegebiete sowie Wohngebiete hinzu oder sollen noch realisiert werden:

  • Wohngebiet Gehrn West Pfaffenhofen
  • Cappishaupt zwischen Pfaffenhofen und Güglingen im Zuge der neuen L1103
  • Burgweg mit Werk 2 von Layher
  • Lüssen
  • Ochsenwiesen mit Einzelhandelszentrum und Renner
  • Langwiesen IV. Davon soll ab Ende 2019 Teil 1, die östliche Hälfte mit Werk 3 von Layher bebaut werden. Teil 2 Richtung Winzergenossenschaft und Straße Frauenzimmern-Cleebronn soll folgen.
  • Langwiesen III
  • Langwiesen III südlich des Römerwegs mit TAXIS
Gewerbegebiet folgt auf Wohngebiet im Zabertal
Gewerbegebiet folgt auf Wohngebiet im Zabertal

Aus dem Regionalplan Heilbronn-Franken 2020, Seite 29, Stand 17.2.2018 zur Entwicklungsachse

Die Regionale Entwicklungsachse Zaberfeld – Güglingen – Brackenheim – Lauffen a. N. orientiert  sich an der L 1103 und der künftigen Stadtbahnlinie. Sie verbindet die Zentralen Orte Güglingen, Brackenheim und Lauffen a. N. innerhalb des Verdichtungsraums und der Randzone um den Verdichtungsraum miteinander, die in den vergangenen Jahren eine starke Siedlungsentwicklung vorweisen können, und knüpft sie an die Landesentwicklungsachse Stuttgart – Heilbronn an.
Einbezogen werden auch die Ortsgemeinden Pfaffenhofen und Zaberfeld im westlichen Zabertal.
Brackenheim und Güglingen werden wie Lauffen a. N. als Siedlungsbereiche ausgewiesen. Die Verkehrs- und Versorgungsfunktionen sollen den unterschiedlich weit vorangeschrittenen Planungen gemäß leistungsfähig ausgebaut werden; insbesondere soll ein schienengebundener Nahverkehr vom Oberzentrum Heilbronn über Lauffen a. N. – Brackenheim – Güglingen – Pfaffenhofen bis Zaberfeld aufgebaut werden. Die Achse soll die Entwicklungen und Planungen stützen und zu  einer Steigerung der Entwicklungsimpulse im südlichen Teil der Region beitragen.

Diese Entwicklungsachse wird aber fehlinterpretiert. Die Gutachter, Kommunen meinen dann sich rausnehmen zu können, ein lückenloses Band von Gewerbe -und Wohngebiete mit schmalsten Alibi-Grünzäsuren wachsen lassen zu können. Baden-Württemberg ist KEIN Entwicklungsland! In weiten Teilen ist es überentwickelt und häßlich zersiedelt. Gerade das Zabergäu muss immer noch dafür herhalten weitere Industrieflächen aufzunehmen, weil im Regionalplan "Entwicklungsachse" steht. Das Zabertal hat aber längst seine Belastungsgrenze erreicht.
Die Unternehmen müssen ihre Wirtschaftsweise an die naturräumlichen Grenzen anpassen, statt immer wieder auf neue Äcker zu deuten. Baden-Württemberg muss eine Kultur des Abgebens an strukturarme Regionen in Deutschland lernen, statt als noch mehr an sich zu raffen.

Hier ein Zwischenstand von 2022 bei Pfaffenhofen, Güglingen und Frauenzimmern

 Auf den folgenden Seiten werden einzelne Vorhaben und Straßen näher beleuchtet

Wohngebiet Gehrn Erweiterung West, Pfaffenhofen

Umgehungsstraße Pfaffenhofen  -Güglingen mit Gewerbegebiet Cappishaupt und verdrängter Zabergäubahn

Lüssen



L' IV Teil 1/ Layher Werk 3


Illusionen

Die Entzauberung der Zabergäu-Illusionen

Völlig abgehoben vom realen Zustand des Zaber-gäus wird immer noch eins draufgesetzt. Mit geschickten Fotografien in Internetauftritten, Wanderdreiklängen, Weinausschänken, Wett-bewerben um den Titel schönster Platz, das umgebende Gewerbegebiet ausblendende Frei-lichtmuseum, Landmarken für den Wein als ob nur das Zabergäu ausschenken würde. Die Realitäten sind massive Industrie- und Gewer-beverbauung und Zersiedlung. Touristik-verbände und Zabergäugemeinden tun so, als fließe die Zaber noch durch unberührtes Bauern-land von deren einrahmenden Höhenzüge man traumhaft ungetrübte Blicke auf eine heraus-ragende toskanische Landschaft hätte. Stets begleitet von der lobhudelnden Heilbronner Stimme, die ebenfalls keinen Blick zur Seite tut und die Scheuklappen aufhat....