Die Protagonisten


Bürgermeister Rolf Kieser (Brackenheim) sieht durch's Trollingerglas nur eine Weinlandschaft und meint, dass der Tourismus mit intensiver Werbung gefördert werden müsse. Der Verschleiß mit Industrie und Zersiedlung wird ausgeblendet und so kann es das Zabergäu "mit sanften Hügeln" also mit der italienischen Toskana aufnehmen (Bild Heilbronner Stimme 12.5.2018). Zu den hochtrabenden Tourismusplänen gehört auch ein Vier-Sterne-Hotel im Schloss Brackenheim (Heilbronner Stimme 30.7.2018). Gar nicht schön fand dagegen ein Winzer am Rande des Industriegebiets Langwiesen III,  dass BM Kieser dem Betrieb die Logistikhalle von TAXIS vor die Nase setzte, Jahre nachdem ihm BM Kieser als Vorsitzender Zweckverbands Wirtschaftsförderung Zabergäu das Grundstück verkauft hatte. (Heilbronner Stimme 19.9.2016 zur Einweihung des Lagers für  Fliesen)

Bürgermeister Ulrich Heckmann (Güglingen). Auf die Frage von Gemeinderat Dr.-Ing. Wilhelm Stark in der Sitzung vom 20.2.2018 zur Vorstellung der Layher-Planung zum Werk 3 "Alle 10 Jahre beschäftigt man sich mit einer Werkserweiterung. Wie soll das weiter gehen? Werden wir in 10 Jahren wieder hier sitzen und über neue Flächen sprechen?", sagte Bürgermeister Heckmann: "Ja, ich hoffe es"

Seit Ewigkeit wie BM Kieser regiert auch Bürgermeister Böhringer in Pfaffenhofen.

Äußerlich wirkt er wie ein netter Bürgermeister vom Lande, der gut in die Mäulesmühle zu "Hannes und der Bürgermeister" passen würde. Doch wehe, man schaut genau hin und blickt was BM Böhringer mit der Landschaft vorhat und schon durch den Gemeinderat durchgeboxt hat. Dann wird man in der Gemeinderatssitzung  als Umweltterrorist abgekanzelt. Das 1-Mann-Bauamt der Minigemeinde ist ja auch schnell mal überfordert wenn der BUND auf die Fledermäuse in einer störenden Streuobstwiese schaut wo bald Menschen in der Stinkfahne vom Kompostierbetrieb Achauer wohnen sollen.


Matthias Käser vom Büro Käser Ingenieure ist Dauergast in den Gemeinderatssitzungen wenn es um Bebauungspläne geht. Geschäftsmodell ist die Überplanung der Landschaft zur Rettung vor der ach so intensiven Landwirtschaft. Kommen halt die günstigen Lebensmittel woanders her. Motto: Alles ist ausgleichbar. Auch Streuobstwiesen.

Chefredakteur Uwe Ralf Herr von der Heilbronner Stimme ist um keinen Auftritt verlegen wenn eine neue Fabrikhalle eingeweiht werden soll. Bei geringer kritischer Distanz zur Wirtschaft hat der Strahlemann Selbstbeweihräucherung in ganzseitigen Anzeigen nötig. Im Takt einer tönenden Wochenschau blickt Heer in 360-Grad Blicken ins Heilbronner Land und hat dabei wohl die von den Bürgermeister ausgehändigten Scheuklappen auf, um nicht über die Zerstörung der Landschaft für das Kapital berichten zu müssen.

Joachim Esenwein sieht nur Fundamentalismus, wenn man nicht über eine rote Linie gehen will, weil genug eben einfach genug ist. "Mit am Tisch sitzen", um als konstruktiv und vernünftig anerkannt zu werden ist die Devise. Mit Gründächern wird alles gut, müssen Hasen halt Anlauf nehmen, um drauf zu hopsen. Das nennt sich NABU.  Auch auf die Pseudorenaturierung der Zaber ist man stolz, damit Layher und andere ihre Fabriken und Hallen ins Gäu bauen können. Sowieso angesagtes wird mit weiterem Verschleiß verechnet, es wird renaturiert wo schon grün ist und mit Fischen und Krebsen belebt ist. Im Gemeinderat hat sich Esenwein als Fraktionsvorsitzender der Bürgerunion als die rechte Hand von BM Heckmann eingeschmeichelt, in dem er den NABU-Grüne-SPD-Alternativ-Layher Standort salonfähig machte.