Illusionen

Cleebronn I

Die Gemeinde Cleebronn mit dem größten Flächen-anteil am gigantischen interkommunalen In-dustriegebiet Langwiesen in Zabernähe auf der einen Seite des Michaelsbergs und dem stetig expan-dierenden Freizeitpark Tripsdrill an dessen süd-lichen Fuß stellt sich auf der Homepage als 


himmlische Gemeinde dar, um die herum weite unverbaute Landschaft sei. Ein sehr verzerrtes Bild, wenn man sich rein auf den Michaelsberg fokussiert.

Cleebronn II

Die Heilbronner Stimme macht das Ausblenden des Verschleißes mit und pflegt mit den Gemeinden die Illusion. So berichtet die Heilbronner Stimme brav von einem geplanten neuen Weinausschank, in expornierterer Lage am Näser, weil dort die Aus-sicht so traumhaft sei. "Das Thema Wein und Tourismus habe in den letzten 20 Jahren an Be-deutung gewonnen, Württemberg  sei noch nicht soweit wie Mosel

Heilbronner Stimme 4.8.2018, Lokales Seite 26
Heilbronner Stimme 4.8.2018, Lokales Seite 26
Heilbronner Stimme, 10.4.2018 Serie Guck A Mol, Seite 26
Heilbronner Stimme, 10.4.2018 Serie Guck A Mol, Seite 26

oder Pfalz", sagt 2018 ausgerechnet Geschäftsführer Axel Gerst der Weingärtner Cleebronn-Güglingen. Jene Winzergenossenschaft in direkter Nachbarschaft der geplanten Feuerverzinkerei auf ca 11 Hektar Baufläche. Die Winzergenossenschaft, die keinen Einwand gegen die Landschaftsverunstaltung und mögliche Emission von Schadstoffen hatte.

Und dann bringt die HSt noch in der Serie Guck a Mol (4/2018) ein Portrait von Cleebronn mit Blick vom Michaelsberg. Erwähnt aber nicht, was in dem Bild noch alles auftauchen wird. Stattdessen werden die Superlative mit dem Freizeitpark bejubelt. Gibt es da Minderwertigkeitskomplexe, wenn Superlative ohne kritischen Blick derart herausgestellt werden?

Hauptsache "Cleebronn wächst stetig". Große Nachfrage aus Raum Ludwigsburg und Stuttgart. Muss diese Nachfrage immer bedient werden? Die Heilbronner Stimme fragt das nicht und klammert sich an den Naherholungs Hot Spot Michaelsberg.

Michaelsberg

Mit romantisierenden Bil-dern des Monats wird die Illusion gepflegt.

Zu nebenstehendem Bild schreibt die Heilbronner Stimme: "Es zeigt perfekt die landschaftliche Schön-heit des Zabergäus". "Blick auf sattgrüne Rebenland-schaft rund um den Michaelsberg". Wenn man  sich paar Schritte rückwärts bewegt landet man im Sommer 2019 in den Bag-gerlöchern der archä-ologischen Grabungen für die geplante Layher-Fabrik in Langwiesen.

Eine weitere Illusions-pflege war die Wahl zur schönsten Weinsicht 2020, durchgeführt vom Deut-schen Weininstitut im März 2020. Die Unterstützer hatten wohl die von den Rathäusern ausgegebenen Scheuklappen auf.

Heilbronner Stimme, 3.7.2019, Region Seite 36
Heilbronner Stimme, 3.7.2019, Region Seite 36

Güglingen

RMZ, 8.2.2019
RMZ, 8.2.2019
Heilbronner Stimme 12.11.2019, Lokales Seite 27
Heilbronner Stimme 12.11.2019, Lokales Seite 27

Zweckverband Wirtschafts-förderung

Zabergäu

"Zauberhaftes Zabergäu" können die Mitglieds-gemeinden des Zweck-verbands in einem Zun-genschlag mit massiver Industriebebaung, wuchernden Wohn-gebieten und zusätzliche Gewerbegebiete zum interkommunalen Industriegebiet bringen.


Klickt man auf der Homepage auf "zauberhaftes Zabergäu" kommen die weichen Standortfaktoren (kleines Bild).

Dass diese immer weniger spürbar werden, immaterieller Wohlstand im Zabergäu abnimmt, wird nicht registriert.

Man illusioniert stur weiter mit "landschaftlich reizvoll gelegenen Wohngebieten", schmückt sich gar mit dem Naturpark Stromberg-Heuchelberg.  Dabei nutzen die Zabergäugemeinden große Ausnahmen, wenn sie mit vollem Gemeindegebiet im Naturpark sein wollen und die Industriegebiet damit unter einen Hut bringen wollen.

Wanderdreiklänge

Eigentlich eine gute Sache, wurde auf Initiative vom Naturpark Stromberg-Heuchelberg im Frühjahr 2019 der Öffentlichkeit ein neues


gut beschildertes Wegenetz unter dem vielversprechenden Namen "Wanderdreiklang" übergeben. Jeweils 3 Rundtouren unter-schiedlicher Länge wurden in den Gemarkungen von Zaberfeld, Pfaffenhofen, Güglingen, Cleebronn, Brackenheim und Eppingen konzipiert.

Nun kann ein Wanderwegenetz hier nicht einfach ein Wegennetz mit Markierungen sein, es muss gleich eine wohlklingende Marke haben. Die Tourismusseiten Heilbronner Land und Neckar-Zaber-Tourismus loben dabei Landschaft und Wege über den Klee. "Bezauberndes Zabergäu", "himmlische Wanderung", "überwältigender Blick ins Zabergäu" sind die sich überschlagenden Begriffe. In Güglingen geht die klingende Wanderung sogar bis nahe an die künftige neue Verzinkungsfabrik, in Eibensbach läuft man um die Layherwerke drumrum und ist den Gerüchen im Wald ausgesetzt. Das macht aber nichts. Ebenso wenig der große Anteil an asphaltierten Wegen. Einige Wege gehen dann aber doch in die zweite oder dritte Reihe der Hügel vom Zabergäu, so dass man bei den überwältigenden Blicken so manches Grausliches im Hallengäu ausblenden kann.

Zur "Eröffnung" wurde die Gemeinden mit Bürgermeisterwanderungen gebauchpinselt, als die Bürgermeister das Bild pflegen konntenn, wie sehr sie doch Interesse für die Landschaft hätten (Siehe RMZ vom 12.4.19).