Umgehungsstraße Pfaffenhofen-Güglingen

Immerzu wird mit neuen Magneten, neuen Wohn- und Gewerbegebieten eine Verkehrsbelastung in den Ortschaften provoziert, man drückt immer mehr Verkehr rein, um dann vom Land eine Umgehungsstraße zu fordern.

Am 30.3.2017 war der Planunfeststellungsbeschluss der neuen L1103 Ortsumfahrung Pfaffenhofen-Güglingen. Diese bleibt nicht unumstritten, da Pfaffenhofen und Güglingen nicht vollständig umfahren werden, noch mehr LKW-Verkehr ins Tal angesogen wird, weiterem Ausbau und Neubau der Gewerbegebiete der Weg bereitet wird, letzte freie Landschaft zerschnitten und verbaut wird. Andere Orte vor und nach der Umgehungsstraße müssen die Belastung ertragen. Das Zabertal verkommt immer mehr zum Moloch, weil an der gestrigen Idee von Entwicklungsachsen und Industriezonen festgehalten wird. Die Zeichen der Zeit werden ignoriert.

Von wegen Umgehungsstraße - Eine Erschließungsstraße wird gebaut

Es ist immer das gleiche Spiel: Kaum wird eine Umgehungsstraße versprochen, werden links und rechts davon neue Gewerbegebiete in die Landschaft hingeklatscht. Oder war der Gedanke an das Gewerbegebiet vorher? Man setzt erstmal Gewerbegebiete in die Landschaft, um dann als Bürgermeister bei der Bürgerversammlung sorgenvoll den Schwerlastverkehr zu beklagen.  Flux ist die Begründung für die Straße geschaffen. Da können dann noch mehr LKWs schnell durchrauschen. Wo kommen sie aber her, wo gehen sie hin, wenn die Umgehung endet? Was ist mit dem kreuzenden Nord-Süd-Schwerlastverkehr? Natürlich werden die Gewerbegebiete nicht bei der Umweltbewertung der Straße betrachtet.

Der Artikel zeigt die Pläne und hinterfragt, was bei der Umgehung umgangen wird, zeigt was vielmehr erschlossen wird.

Von wegen Umgehungsstraße - Eine Erschließungsstraße wird gebaut.

Album: Mitten durch Felder, Hecke, über Radweg und Bach

Mit der roten BINN-Stele "Bodenschutz statt Betonschmutz" gefordert

Plan und Luftbild vom Mittelteil mit neuem Gewerbegebiet, Straße durch "Stückle", Unterführungsbauwerk Radweg

Plan gesamt

Über Zabergäubahn und Haus geplant

Petitionen

Nach der Planfeststellung im März 2017 gingen beim Landtag in 2017 drei Petitionen beim Landtag Baden-Württemberg ein, denen der Petitionsausschauss in der Beschlussfassung vom 31.1.2019 allesamt nicht abgehelfen wollte/ konnte. Für die 16. Wahlperiode sind diese führend mit 16 nummeriert:

  • 16/1164 vom BUND
  • 16/1207 vom Verein Zabergäu pro Stadtbahn e. V.
  • 16/1263 von privat, Anwohnerin im betroffenen Bereich der geplanten Trasse

Petition des BUND  vom 18.5.2017

Beschwerdegründe waren, dass durch die Beanspruchung der Trasse der Zabergäubahn durch die Straße auf 800 Meter, die Reaktivierung der Bahnlinie erschwert würde sowie die erheblichen Eingriffe in den Naturhaushalt. So wird der Ausgleich für die Zauneidechse auf der verbleinden Bahntrasse geplant, was bei Reaktiierung hinfällig werden würde. Der Wechselkröte wird ein Gebiet knapp 100 Meter höher angeboten und das Vorkommen des Springfrosches wird negiert. Außerdem wurde der Bodenschutz und Heuschrecken ungenügend beachtet. Für die Amphibienpopulationen wird es in der Zaberaue durch die zerschneidende Wirkung der Straße sehr schwer werden, sich dort zu halten

Antwort des Petitionsausschusses zu 16/1164

Man sagt, alles in Ordnung, denn das Landratsamt hat bei der Verlegung der Bahntrasse keine Bedenken gehabt. Auch wenn bei der Abrückung der Bahntrasse nach Norden um 10m neue Flächen  den Ackerflächen abgeknapst werden müssen, macht das wohl nichts.  Und alle Eingriffe würden selbstverständlich ausreichend ausgeglichen. Teils wird das vom BUND kritisierte gerade wiederholt, z. B. auf politisch bestimmte Rote Liste, wo Heuschrecken nicht aufgeführt sind. 

Petition des Vereins Zabergäu pro Stadtbahn e. V. vom 3.6.2017

Wie der BUND kritisierten auch die Stadtbahnfreunde, dass die Trasse der Ortsumfahrung auf einer Länge von 800 Metern auf der bestehenden, nicht entwidmenden Bahnlinie der Zabergäubahn gebaut werden soll. Kosten, Baugrund und artenschutzrechtliche Erfordernisse werrden dann größere Aufwände zur Reaktivierung der Bahnlinie verbuchen. Es droht das Aus.

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