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Krötenschutzzaun und dichte Feldflora - Natur holt sich Besitznahme Layherbaustelle zurück

Aus Album 1: Kamille buschig dicht gewachsen.
Aus Album 1: Kamille buschig dicht gewachsen.

Beim ohne rechtskräftigen Bebauungsplan, ca. 14 Hektar großen geschaffenen Baufeld Layher-Verzinkungsfabrik bei Frauenzimmern an der Zaber gibt es eine erstaunliche Wende. Das zeigen hier zwei Alben im Anschluss des Textes mit sommerlicher Feldflora vom 20. Juni sowie über die Kuriosität eines Krötenschutzzauns um ein Biotop das ein Baufeld sein soll vom 18. Juli.

Die Natur holt sich die Besitznahme der Layherbaustelle zurück. Da ist eine neue Bewertung des IST-Zustandes nötig, denn nach Abtrag und Wegschieben des Oberbodens ist vielfach Kamille, Mohn, Borretsch und andere Feldflora aufgegangen wo die giftige Verzinkungsfabrik hinbetoniert werden soll. Besonders im südlichen Bereich, im nördlichen Bereich beginnt gerade krautiges Grün zwischen und auf den Erdhügeln mit der Heilung der vorzeitigen Eingriffe. Dazwischen Tümpel. Dieses Gelände war im Sommer auch für die Wechselkröte so attraktiv geworden, so dass das Layher-Baufeld nun einer streng geschützte Art einen Lebensraum gibt. Großspurig und siegesgewiss plante Layher den Spatenstich bereits für Oktober 2019. Doch durch die unter Druck von Layher eilig vor Rechtskraft des Bebauungsplans durchgeführten Maßnahmen wie der Abtrag des Oberbodens, archäologische Grabungen kam einiges durcheinander und lief schief (Landratsamt intervenierte wg Fehler im Oberbodenmanagement, erneute Auslegung Bplan Juni 2020 war erforderlich). Während das Verfahren weitere Runden dreht, kann man nun über einen Krötenschutzzaun um eine Möchtegernbaustelle staunen.

Aus Album 2: Der Krötenschutzzaun rund um das Gelände. Hier entlang der Baustraße / dauerhafte Umgehung Radweg
Aus Album 2: Der Krötenschutzzaun rund um das Gelände. Hier entlang der Baustraße / dauerhafte Umgehung Radweg

Da ist kein intensiv genutzter Acker mehr, sondern ein extensives Biotop. Das wird wertvoller sein, als ein Gründach mit nur 12 cm totem Substrat, dass man mitsamt schweren Gebäuden und ungesunden Bädern draufstellen will. Man sieht, was im Zabergäu möglich ist und welches Potential die Natur ganz ohne grünordnerische Planung doch noch hat, nachdem Archäologen abgezogen sind und die Feldbewirtschaftung ruht. Falls es jemals zur Unterzeichnung des vorhaben-bezogenen Bebauungsplan durch den Zweckverband Wirtschaftsförderung Zabergäu kommt, würde in den Dokumenten fälschlicherweise ein intensiv genutzter Acker als Ist-Zustand beschrieben werden. Dass die Pionierbesiedlerin Wechselkröte eingezogen ist, sollte respektiert und als Zeichen gesehen werden, hier mit der malträtierten Natur (intensiver Ackerbau, Layher-Vorarbeiten) endlich Frieden zu schließen. Denn der Krötenschutzzaun soll nicht die Kröten vor Bauleuten und Spaziergängern schützen, sondern die Kröten einhegen, bevor sie gefangen und an eine andere Stelle zwangsumgesiedelt werden, damit die Layher die Fabrik durchsetzen kann.

Wie sooft dargelegt (* siehe unten), Layher und der Zweckverband müssen die Baustelle bei richtiger Auslegung der Gesetze aufgeben. Wie Beispiele von noch tieferen Abbaugeländen, wie z. B. Kiesgruben am Oberrhein zeigen, ist eine Renaturierung möglich. Ggf sogar Heilung und der Zweckverband könnte mit der Auflage zum Ökolandbau, Weidebewirtschaftung, Agroforstwirtschaft verpachten. Denn auch Landwirtschaft ist Wirtschaft, welche die hiesige Wirtschaftsförderung aber irgendwie nicht im Sinn hat.

Zweckverband und Layher könnten sich auch überlegen, dies zu einem Archäpark zu machen, wenn man schon immer mit den Römern und Geschichte glänzen will. Mit kleinteiliger Bewirtschaftung nach Art der Römer und anderer nachgewiesener Siedler, Bodenwellen wie vor vielen hundert / tausend Jahren, Wiesen, Weiden, Gewürzen, Blumen und Obstgärten. Das Mithräum liefert dazu Beschreibungen.

Vielleicht denkt der eine oder andere unbedarfte Radfahrer jetzt, welch nette kleine Gartenschau oder Renaturierungsexperiment durchgeführt wird, bevor sich die Beteiligten in Verwaltung und kommunalen Parlamenten bei weiterer Verfolgung der Sache in den bösen Albtraum manövrieren, der jede Tourismuswerbung obsolet macht. Man beachte bei den Bildern inAlbum 1 die jetzt noch möglichen Blicke zur prämierten Winzergenossenschaft, Dorf Frauenzimmern und Heuchelberg. Noch.

* zu "wie sooft dargelegt":
Stellungnahmen zum Vorentwurf des vorhabenbezogenen Bebauungsplans Langwiesen IV 2018, Entwurf 2019, Änderung des Entwurfs 2020. Gegenüber dem Landratsamt, Regierungspräsidium, Staatsministerium mit dem grünen Ministerpräsident Kretschmann. Gemeinderäte, Bürgermeister und Abgeordnete. An die Redaktion ZDF Frontal21 was zum Beitrag im ZDF am 12.11.2019 (Taten statt Phrasen) führte.

Album 1: Sommerliche Feldflora im neuen Layher-Biotop, 20.6.2020

Album 2: Kuriosität eines Krötenschutzzauns um ein Biotop das ein Baufeld sein soll, 18.7.2020