Langwiesen IV Teil 1 mit Werk 3 von Layher

Aktuelles

17.6. bis 2.8.2019 Auslegung des Entwurfs Bebauungsplan Langwiesen IV

Die Unterlagen können vom Büro Käser-Ingenieure runtergeladen werden.

Im Anhang der Begründung besonders interessant die teils recht schnoddrigen und kühlen Antworten auf die Einwendungen. Neben u.a. Landratsamt, BUND, Bauernverband, RP und NABU gaben auch 35 Privatpersonen und Landwirte ihre Einwendung ab

 

ab März 2019: Illegal ohne rechtliche Grundlage wird voreilig die Feldlerche mit Flattbändern vertrieben

ab Oktober 2018: archäologische Grabungen

Erste Auslegung des Bebauungsplans war am 20.9.2018 abgeschlossen.


Vorstellung des Vorhabens Feb 2018, 90-Grad Drehung des Vorhabens, erste Auslegung Bebauungsplan Sept 2018

Im eingemeindeten Ortsteil Eibensbach des 6100-Einwohner-Städtchens Güglingen residiert seit der Niederlassung von Wilhelm Layher in den Nachkriegsjahren der Gerüsthersteller Layher. Das „dynamisch wachsende Familienunternehmen“, fühlt sich bis hin zu Krokodilstränen dem lieblichen Zabergäu treu verpflichtet und presst dennoch die Fabrikhallen zwischen Eibensbach und den Bergwald vom Stromberg, 2009 ging der Ausbau mit einem Werk II auf knapp 7 Hektar in der freien Flur unterhalb weiter. Der Gerüsthersteller Layher ist, wie es sich für das Schafferländle gehört global aufgestellt und Weltmarktführer. Im Landkreis Heilbronn und Hohenlohekreis gibt es anscheinend keine normalen Unternehmen, unter einem Weltmarktführer geht nichts. Layher geht es gut, die Geschäfte laufen glänzend, die Werke sind ausgelastet. Nun könnte man meinen, da kann man ja mal zufrieden sein. Niemand muss Weltmarktführer sein. Verzicht üben, nicht noch mehr Geschäfte an Land ziehen, wenn weiteres Wachstum und weitere Produktionsstätten für den Naturraum nicht verträglich ist und ansonsten das wofür man sich treu verpflichtet fühlt zerstört wird. Industriebrachen außerhalb werden nicht gesucht, die Wirtschaftsweise an die gegebenen Grenzen des Naturraums nicht angepasst.

 

Bereits 2017 wurde von der Firma Layher der vom Wirtschaftsministerium B.-W. unterstützte Wunsch nach einem Standort für eine neue Fabrik (Produktion mit Feuerverzinkerei) an die Bürgermeister des Zabergäus herangetragen. Der Zweckverband Wirtschaftsförderung Zabergäu nahm dies zum Anlass, die knapp 50 Jahre alten Planungen für das interkommunale Industriegebiet Langwiesen aus den Schubladen zu kramen, um dieses mit Langwiesen IV zu vollenden. 1969, vor dem Bericht des Club of Rome über die Grenzen des Wachstums zog man großzügig die Grenzen des Verbandsgebiets. Nacheinander wurden in Langwiesen bebaut:

 

  • I+II 19 Hektar 1973 bis 1993 mit Auffüllung der Zaberaue
  • III 23 Hektar, seit 2003 erschlossen, 2014 mit der unerträglichen TAXIS-Ansiedlung (Fliesenvertrieb) südlich des Zabergäu-Radwegs die südliche Grenze erreicht.
  • Langwiesen IV ist nochmal unmäßig größer und soll 30 Hektar landwirtschaftlich genutzte Fläche verbrauchen.

 

Dabei ist interessant, dass Langwiesen IV komplett auf Gebiet der Gemeinde Cleebronn liegt, das Vorhaben aber von Güglingen begrüßt und vorangetrieben wird. Die Bevölkerung wurde am 6. Februar 2018 mit einem lobhudelnden  Artikel der Heilbronner Stimme über das Vorhaben unterrichtet. Dieser Artikel ließ jeden journalistischen Anspruch vermissen. Denn er war mehr ein Abschrieb aus dem Firmenprospekt, nichts wurde hinterfragt. Vor allem, warum Wachstum?

 

Langwiesen ist ein weiteres Beispiel dafür, dass interkommunale Industriegebiete nicht zur Schonung der Landschaft beitragen. Diese größenwahnsinnige veraltete Planung von 1970 genügt zum einen nicht mehr den Maßstäben des heutigen Baugesetzbuchs und Raumordnungsgesetz. Darüber hinaus hat dieses Gebiet seine Existenzberechtigung zur Bündelung der wirtschaftlichen Aktivitäten verloren, da die Verbandsmitglieder ihre „eigenen“ Gewerbe- und Industriegebiete haben wachsen lassen.

 

Aus völlig billigen Gründen sollen landwirtschaftlich genutzte Flächen umgenutzt werden. Das widerspricht §1a Abs 2 BauGB, wonach die Umnutzung notwendig und begründet sein muss. Denn Layher deutet auf die Fläche, weil man wachsen will um neue Märkte erschließen zu können. Es ist schon Realsatire, wenn Geschäftsführer Stöcklein sagt, die Kapazitätsgrenzen seien erreicht. Genauso kann auch gesagt werden, dass die Kapazitätsgrenzen des Naturraums Zabertal mit Stromberg und Heuchelberg mit dem LKW-Verkehr, Flächeninanspruchnahme und Lichtverschmutzung erreicht sind. Wenn die Werke ausgelastet sind, besteht keine Notwendigkeit nach neuen Märkten zu schauen. Auch für den Wahnsinn, dass bei der Wartung von Schiffen in China nach Einmalgebrauch die Gerüste verschrottet werden statt einem Gerüstlager zu übergeben soll die Produktion erhöht werden – das ist keiner Unterstützung wert. Dann trügt Layher Bürgern und Zeitung mit dem Bild, dass Verkehr eingespart werde, wenn nach außen vergebene Verzinkerei wieder reingeholt werde. Dasselbe Argument druckte die Heilbronner Stimme wie 2018 bereits 2009 ab, als die erste Feuerverzinkerei für 80.000 Tonnen Stahl jährlich eingeweiht wurde. Bis 2018 wurde mit einer zweiten Feuerverzinkerei am Standort Eibensbach/ Güglingen die Leistung auf 170.000 Tonnen Stahl erhöht und trotzdem Verzinkungsleistungen nach außen vergeben. Nach Inbetriebnahme des dritten Werks wird sicher auch wieder Verzinkerei nach außen vergeben werden, wenn man wieder „aus Versehen“ gewachsen ist.

 

Die in den Flächennutzungsplan aufgenommene Planung von 1969 ist unverbindlich. Diese Unverbindlichkeit bewieß der Zweckverband im Frühjahr 2018 mit dem Willen, in ein Änderungsverfahren für das Bauvorhaben von Layher einzusteigen. Die zunächst auf 10 Hektar geplante Fabrik sollte gut weitere 5 Hektar aus dem Verbandsgebiet und den im FNP eingetragenen Erschließungsflächen oberhalb der Winzergenossenschaft hinausgehen. Stattdessen gehört Langwiesen IV eingestampft und die Felder zwischen Winzergenossenschaft und Langwiesen III unter Bestandsschutz mit dem Ziel einer nachhaltigen Entwicklung zur Förderung von Fauna & Flora zu stellen.

 

Anfang April 2018 legten NABU-Gruppen im Zabergäu (Güglingen, Brackenheim, Mitglieder aus Cleebronn), NABU-Kreisverband, SPD und Grüne im Zabergäu sowie Vertreter der Bürger-Union Güglingen einen verstörenden  Plan für einen alternativen Standort für das autarke Werk vor. Die Verfasser umschrieben das, als ob sie einen revolutionären Entwurf einbringen würden. „Die Unterzeichner erwarten die systematische und strukturierte Prüfung des vorgeschlagenen alternativen Standortes“, „nach intensiver Abwägung“ könne man dahin kommen. Der alternative Standort entspräche durch seine Lage im Flächennutzungsplan eher den Zielen eines sparsamen Flächenverbrauchs.

 

Wie revolutionär anders ist denn die 90 Grad - Drehung des ursprünglichen 10-Hektar - Vorhabens und Verschiebung in die gestrigen und größenwahnsinnigen Langwiesen-4 Grenzen zwischen die Hochwasserlinie der Zaber und südliche Grenze des Flächennutzungsplans neben die Aussiedlerhöfe??? Das war unterwürfiger Minimalismus.

 

Die längere Stellungnahme dieser Alternativgruppe enthält schwachsinnige Sätze wie diesen: "Die Neuplanung außerhalb des bisherigen Verbandsgebiets bedroht das Gleichgewicht zwischen Siedlungsfläche und Naturräumen im unteren und mittleren Zabergäu. Die Vergrößerung des Industriegebiets durch  eine Änderung des Flächennutzungsplans wirkt sich negativ auf die Lebensqualität und die Naturvielfalt in der Region aus."  Man könnte da grad meinen, Langwiesen IV steht schon und es ginge nur um eine Erweiterung. Langwiesen IV steht doch noch gar nicht! Da sind JETZT noch Felder. Langwiesen III ist noch nicht mal vollendet (Februar 2019). Schon dadurch gerät aus dem Gleichgewicht was nicht schon draussen ist.

 

Ist die Alternativgruppe naiv oder täuscht sie sich und andere, es bliebe bei Werk 3 in der ca 450 x 250 m großen Ausdehnung unweit der Winzergenossenschaft? Die Bürgermeister Heckmann und Kieser schielen bereits auf Langwiesen IV Teil 2, schließlich ist auch diese bis zur WG und Straße Frauenzimmern-Cleebronn reichende Fläche im FNP als Industriegebiet ausgewiesen. Auf die Frage von Wilhelm Stark in der Gemeinderatssitzung Güglingen 20.2.18, "Werden wir in 10 Jahren wieder hier sitzen und über neue Flächen sprechen? Alle 10 Jahre beschäftigt man sich mit einer Werkserweiterung", antwortete Bürgermeister Heckmann: "Ja, ich hoffe es".

 

Im Bebauungsplan, der im Juli 2018 von den Gemeinderäten auf den Weg gebracht und 20.8. bis 20.9.2018 ausgelegt wurde, wurde der Vorschlag dankend aufgenommen. Inzwischen werden für die neue Fabrik 11 Hektar und 3 Hektar für ein Regenrückhaltebecken und anderes beansprucht. Der als Römerweg bekannte Radweg von Güglingen in Nähe Mithräum nach Botenheim wird zerstört, obwohl dieser bereits bei Langwiesen III ein wichtiger Punkt war. Die restlichen Rad- und Landwirtschaftswege sind zu eckig. Wegen der aufgeblähten Größe rückt das Industriegebiet zu nah an den Fürtlesbach und die extreme Hochwasserlinie der Zaber.

 

mboeh, 7.2.2019

 

Flyer Quo Vadis Zabergäu?

Petition

Riesenbanner

Riesenbanner

Layher und kein Ende !?

- Naturpark oder Industriemoloch ?


März 2018:

Infoveranstaltung von Layher und Zweckverband Wirtschaftsförderung Zabergäu

Schlagworttafel und Statement zum Immateriellen Wohlstand und die Grenzen des Wachstums

Frühjahr 2019: Feldlerche illegal vegrämt.

Bericht zur Vergrämung+  Fotoalbum der Aktion "Kreuz" des BUND

Es gibt nur wenige Radwege mit einem so großen Anteil an Gewerbe- und Industriegebieten. Langwiesen IV setzt die unbeirrt verfolgte Entwicklungsachse Lauffen- Zaberfeld fort. In den Radkarten können die Radwege durchs Zabertal ausradiert werden.

Zerstörungswerk am Römerweg: Das Heckmann-Kieser-U kommt


Stellungnahmen

zum Vorentwurf Bebauungsplan "Langwiesen IV"

frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung, 20.8.2018 bis 20.9.2018

mit u. a.

Langwiesen IV gehört aus dem Flächennutzungsplan gestrichen

Die Umnutzung landwirtschaftlicher Fläche ist nicht notwendig, die Begründung ist nicht qualifiziert

Zweifelhafter Verweis auf die Raumplanung

Abgehobene Einschätzung der Schutzwürdigkeit der Aussiedlerhöfe

Die verkehrliche Anbindung ist rücksichtslos und ungeeignet

Der Römerweg wird zerstört

Die Ökobilanzierung à la Käser ist defizitär

Nicht alle wichtigen Aspekte konnten gesammelten werden

Vernachlässigte Gesetze

Das Vorhaben wird wegen des Flächenverbrauchs, Vernichtung wertvollen Bodens und Beeinträchtigung des Landschaftsbildes abgelehnt.

Die überalterte Planung des Industriegebiets im FNP beruht auf dem naiven Wachstumsdenken der 1960, ignoriert die Genzen des Wachstums und wird den Nachhaltigkeitszielen nicht gerecht. Die Darstellung im FNP ist kein hinreichender Grund für die Realisierung des Baugebiets.

Fachkräftemangel hier, strukturschwache Regionen dort. Internationale tätige Unternehmen können mehrere Standorte haben.

Lebenraum der Feldlerche geht unwiederbringlich verloren

Entwertung des Zabergäuradwegs

Klick zum vergrößern. Status des Bebauungsplans zum 20.8.18: Vorentwurf und frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung
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